Im Rahmen seiner Tour der Ideen besuchte Lars Klingbeil den Verein „einzigartig-eigenartig e. V.“ in Walsrode. Dieser kümmert sich um eine bessere Förderung und Integration von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung.
Autisten haben häufig eine komplexe Wahrnehmungsstörung und Schwierigkeiten, Kommunikation richtig zu interpretieren. Ihnen fällt es schwer Mimik, Gestik und gesellschaftliche Verhaltensregeln zu verstehen. Oft gelten sie als „Sonderlinge“ und leiden unter Mobbing. Einige zeigen jedoch auch außergewöhnliche Begabungen im Kopfrechnen, Zeichnen, in der Musik oder in der Merkfähigkeit.
Die Wissenschaft schätzt, dass rund ein Prozent der Bevölkerung Formen von Autismus aufweisen. Der Verein „einzigartig-eigenartig e.V.“ bietet eine erste Anlaufstelle für Eltern und Betroffene.
Der Vereinsvorsitzende Jürgen Isernhagen berichtete Klingbeil davon, dass es bisher keine ausreichenden Therapieangebote gebe und die Schulen sich aufgrund fehlender Handlungsempfehlungen des Kultusministeriums mit der Umsetzung des Nachteilsausgleichs schwertun. Er führte auch aus, dass es ein besonderes Anliegen des Vereins und der Landesarbeitsgemeinschaft Autismus sei, eine zentrale Beratungsstelle einzurichten, die landesweit Betroffenen und deren Angehörige als Ansprechpartner für Therapie und Hilfen zur Verfügung steht.
„Es ist wichtig, dass Vereine wie „einzigartig-eigenartig e. V.“ mithelfen, die außergewöhnliche Situation von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung bekannter zu machen und Angehörigen und Betroffenen Hilfe ermöglichen. Es ist wichtig, gerade Erzieher und Lehrer für die besonderen Herausforderungen im Umgang mit Menschen aus dem autistischen Spektrum zu sensibilisieren. Dies kann schon in deren Ausbildung berücksichtigt werden. Es geht darum, Ausgrenzungen zu vermeiden und Fähigkeiten zu erkennen und zu fördern“, machte Klingbeil deutlich. Der 33-Jährige sagte zu, den Kontakt zur SPD-Landtagsfraktion herzustellen, um das Gespräch über die Förderung von Menschen aus dem autistischen Spektrum in Schule, Erziehung und Ausbildung auf die Tagesordnung zu setzen.
von links: Vereinsvorsitzender Jürgen Isernhagen, Lars Klingbeil, Doris Isernhagen, Gerd Steinacker, Angelika Matzick, Thomas Löprich