Vor kurzem besuchte der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil die Soldaten der Lent-Kaserne in Rotenburg. Klingbeil, der dem Verteidigungsausschuss des Bundestages angehört, sprach unter anderem mit Kommandeuren der beiden Heeresverbände, Oberstleutnant Peter Hillermann und Oberstleutnant Michael Skubatz, und informierte sich über die aktuelle Situation in der Kaserne.
Der 32-Jährige nutze die Gelegenheit auch für das direkte Gespräch mit den Soldaten, die in der Einsatzvorbereitung für Afghanistan und das Kosovo sind. Zuvor konnte er sich mit Mitgliedern der Rotenburger SPD eine Übung anschauen, bei der Mitglieder der in Rotenburg stationierten Verbände einen Checkpoint einrichteten und die Einsatzrealität darstellten.
Die Lent-Kaserne ist mit derzeit 1.900 Soldaten und 280 zivilen Mitarbeitern der fünft größte Heeresstandort in Deutschland. Oberstleutnant Hillermann lobte die gute Zusammenarbeit zwischen den in Rotenburg stationierten Verbänden. Die Kaserne sei zudem fest in der Region verankert. Dies zeige sich beispielsweise auch durch verschiedene Patenschaften zwischen umliegenden Städten und Gemeinden und Kompanien der Lent-Kaserne.
Bei seinem Besuch informierte Klingbeil sich auch über die Betreuung der Soldaten durch das dort angegliederte Bundeswehrdienstleistungszentrum. Dort werde eng mit den gemeinsamen Heimgesellschaften zusammengearbeitet und auch hätten die Familien dort einen festen Bestandteil. „Dieser Bereich wird immer wichtiger werden, wenn wir den Soldatenberuf attraktiver gestalten wollen“, so Klingbeil.
Klingbeil fragte auch dezidiert nach den Möglichkeiten zur Vorbereitung der Soldaten auf Auslandseinsätze. Allein im 2011 werden sich über das Jahr verteilt mehr als 500 Soldaten aus Rotenburg (Wümme) im Auslandseinsatz befinden. „Wir haben an mehreren Standorten Probleme bei der Ausstattung mit Großgeräten zur Vorbereitung auf den Auslandseinsatz. Häufig kann die Ausbildung an den Einsatzgeräten im Einsatz selbst abgeschlossen werden. Das halte ich für ein großes Problem. Wenn wir Soldaten in einen so gefährlichen Einsatz schicken, müssen wir das mit der Gewissheit tun, dass unsere Soldaten bestmöglich vorbereitet sind. Die Politik muss schnellstmöglich Abhilfe schaffen, denn die Probleme sind bekannt“, machte Klingbeil nachdrücklich deutlich und sagte zu, sich im Verteidigungsausschuss abermals für eine ausreichende Ausrüstung der Soldaten einzusetzen.
Neben der Einsatz-Vorbereitung spielte bei den persönlichen Gesprächen die Klingbeil mit den Soldaten führte auch die anstehende Strukturreform der Bundeswehr eine Rolle. „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Bundeswehr in unserer Region weiterhin eine feste Rolle spielen wird“, so Klingbeil. Hierzu zählt der Abgeordnete auch die Lent-Kaserne. „Hier ist investiert worden, hier gibt es eine enge Verbindung zwischen Gesellschaft und Bundeswehr und in unmittelbarer Nähe finden sich hervorragende Übungsplätze.“ Den Vorschlag von Minister Guttenberg die Wehrpflicht durch Kurzdiener zu ersetzen unterstützt Klingbeil: „Klar ist aber auch: Umsonst ist das nicht zu haben. Wenn wir auf Freiwilligkeit setzen, müssen wir die Attraktivität des Dienstes erhöhen. Hierfür brauchen wir attraktive Laufbahn, eine verbesserte Ausbildung und eine bessere Bezahlung der Soldaten.“