Kartons kleben, Kleinteile für Airbus produzieren, Wäsche waschen, Holzmöbel nach Maß bauen, Flugzeugmaterial recyceln und Akten für Staatsarchive aufarbeiten. All das leisten die Menschen mit Handicap in den Schwinge Werkstätten in Stade. Der Kreisverband des Roten Kreuzes in Stade lud den Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil und seine Landtagskollegin Petra Tiemann ein, um sich ein Bild von den Werkstätten zu machen.
Geschäftsführer Klaus-Dietmar Otto, sein Stellvertreter Uwe Lütjen und der Leiter der Betreuung, Ulrich Tipke, führten die Sozialdemokraten durch die einzelnen Werkstätten. In der anschließenden Gesprächsrunde berichteten die Rote Kreuz Mitarbeiter über die Angebote des Kreisverbandes mit rund 1.200 Hauptamtlichen Mitarbeitern. Die Lage am Arbeitsmarkt sei angespannt, weil verschiedene Träger, um qualifiziertes Personal kämpften.
Den Abgeordneten wurde die Idee mit auf den Weg gegeben, dass Umschulung und Weiterbildung vom Staat gefördert werden könne. Tiemann und Klingbeil bestätigten, dass das Thema Pflege in Land und Bund immer stärker in den Fokus rücke. Ein weiteres Thema des Gesprächs war der mögliche Wegfall des Zivildienst. Die Vertreter des Roten Kreuzes seien besorgt, da Zivildienstleistende eine wichtige Stütze der Arbeit des DRK seien.
„Die Verkürzung des Wehrdienstes durch die schwarz-gelbe Bundesregierung auf sechs Monate hat niemand verstanden. Es war der schlechtmöglichste Kompromiss. Letztendlich war er auch der Todesstoß für den Zivildienst, weil ein sinnvoller Einsatz in nur sechs Monaten kaum noch möglich ist“, machte Klingbeil deutlich. Die SPD-Abgeordneten machten sich für eine Stärkung von Freiwilligendiensten, gerade im sozialen Bereich aus. Diese könnten jedoch qualifizierte Fachkräfte niemals ersetzen. „Die Politik ist in der Pflicht, dass es nach einem Wegfall des Zivildienstes keine Senkung des Niveaus im sozialen Bereich geben darf“, so Klingbeil. Er sagte zu, sich in Berlin dafür einzusetzen, dass der soziale Bereich finanziell vernünftig ausgestattet wird.