Die letzte Woche seiner sechswöchigen Sommertour begann der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil am vergangenen Montag in Schneverdingen. Gemeinsam mit dem SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Heinz-Dieter Blümke und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Rolf Weinreich sowie weiteren Mitgliedern der Schneverdinger SPD absolvierte Klingbeil dabei ein volles Besuchsprogramm mit sechs Terminen.
Zunächst besuchte Klingbeil die integrative DRK-Kindertagesstätte „Johanna-Friderike-Griffel“ und lies sich bei einem Rundgang die verschiedenen Gruppeneinrichtungen zeigen. Im anschließenden Gespräch mit den beiden Leiterinnen Eile Wiemann und Frau Fischer-Niklaus wurde Klingbeil über aktuelle Entwicklungen und Probleme informiert. Hierbei wurden vor allem drei Probleme deutlich: Der hohe Bürokratieaufwand, die geringe Platzzahl bei der Sprachförderung und der Betreuungsschlüssel. „Bereits bei vielen anderen Besuchen in Kindertagesstätten habe ich erfahren, dass eine dritte Kraft pro Gruppe unerlässlich ist, deshalb werde ich mich hierfür mit Nachdruck einsetzen“, machte Klingbeil im Gespräch deutlich und verwies auch auf entsprechende Initiativen der SPD-Landtagsfraktion. „Auch bei der Sprachförderung gibt es noch Ausbaubedarf, den wir, wenn wir zukünftig eine hochwertige Kinderbetreuung vorhalten wollen, angehen müssen.“
Anschließend besuchte Klingbeil zwei Schneverdinger Unternehmen, die Bisquiva-Keksfabrik und das Holzverarbeitungsunternehmen Brune, die größte Sargverarbeitung in Norddeutschland. Bei Rundgängen durch die Unternehmen und Gesprächen mit den Geschäftsführern hatte Klingbeil Gelegenheit, die Unternehmen kennenzulernen.
Aufgrund der aktuellen Ankündigung des Bundesfamilienministeriums das Programm Mehrgenerationenhäuser 2012 auslaufen zu lassen machte Klingbeil auch beim Schneverdinger Mehrgenerationenhaus Station, um sich vor Ort über Projekte und Finanzierung informieren zu lassen. Klingbeil sagte zu, dass die SPD-Bundestagsfraktion sich für eine weitere Finanzierung der Mehrgenerationenhäuser durch Bundesmittel einsetzen wird. „Ich habe Hoffnung, dass wir die Bundesregierung hier noch zur Einsicht bringen können. Die Mehrgenerationenhäuser leisten eine wertvolle Arbeit, die gerade angesichts des demografischen Wandels zukunftsweisend ist. Wir dürfen die Kommunen nicht durch den Weiterbetrieb finanziell überfordern, denn hier sind die Bundes- und Landesebene gefordert eine weitere Finanzierung des Programms sicherzustellen“, so Klingbeil.
Den Abschluss bildete eine offene Informationsveranstaltung zur aktuellen Situation der Berliner Politik. Klingbeil ging dabei auch die Vorhaben der Bundesregierung ein, die Laufzeiten für Atomenergie zu verlängern: „Ich halte dies für einen großen Fehler und eine Rolle rückwärts in der Energiepolitik. Statt auf Erneuerbare Energien zu setzen und im Bereich von Energieeffizienz und Energieeinsparungen zu forschen, wird weiterhin teurer Atomstrom subventioniert“, so Klingbeil, der auch deutlich machte, dass auch die Endlagerfrage immer noch nicht gelöst sei.
Auch die von Thilo Sarrazin angestoßene Debatte über Versäumnisse in der Integrationspolitik spielte eine Rolle. Klingbeil warnte vor einer Diskussion mit dem Holzhammer. „Wenn Sarrazin von genetischen Unterschieden spricht, findet dies meine entschiedene Ablehnung.“, so der SPD-Abgeordnete. Gleichwohl betonte Klingbeil, dass die Debatte um Sarrazins Thesen offen und ehrlich geführt werden muss. „Keine Partei hat bisher Konzepte für die Herausforderung in der Integrationspolitik. Wegducken und schönreden bringt da nix. Wenn wir diese Diskussion, die viele Bürger bewegt nicht ernst nehmen, werden sich immer mehr Menschen von der Politik abwenden.“