„Digitalisierung wird neue Arbeitsplätze schaffen“

„Politik und Industrie im ländlichen Raum“ lautete der Titel der Diskussionsveranstaltung, zu der die SPD-Bundestagsfraktion, der heimische Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil sowie sein Kollege Bernd Westphal am vergangenen Freitag in Benefeld geladen hatten. Etwa 70 Gäste folgten der Einladung und diskutierten mit den beiden SPD-Politikern in der Aula der Ita Wegman Schule über die Herausforderungen ländlicher Gebiete sowie über Lösungsmöglichkeiten.

Zunächst aber ging Bernd Westphal, der wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion ist, allgemein auf sozialdemokratische Industriepolitik ein. Er
betonte in seinem Impuls-Vortrag, dass die Mitbestimmung der Arbeitnehmer in Unternehmen ein wichtiger Faktor sozialdemokratischer Politik sei. Diese besondere Stärke deutscher Unternehmen müsse aber vielen global agierenden Konzernen vermittelt werden. Lars Klingbeil ging noch einen Schritt weiter und kam ganz konkret auf die Situation am Industriestandort Bomlitz zu sprechen: „Für viele Arbeitnehmer sind die Unternehmen in Bomlitz Identität und nicht bloß eine Ziffer in einer Excel-Tabelle.“ Der Bundestagsabgeordnete aus Munster spielte damit auf die zahlreichen Arbeitsplätze an, die am Standort bedroht sind.

Wandel der Arbeitswelt wird diskutiert

Den Wandel der Arbeitswelt sieht Westphal neben dem Klimawandel als das Thema der Zeit an. Leider, so der Wirtschaftspolitiker, gebe es mit der AfD nun auch Leugner des menschgemachten Klimawandels im Deutschen Bundestag. Westphal forderte, dass Sozialdemokraten die Klimapolitik so ausrichten müssten, dass die Industrie in die Lage versetzt werde, klimafreundliche Produkte zu entwickeln und klimaschonend zu produzieren. Einfach nur irgendeine Industrie zu verbieten helfe nicht, da man immer Arbeit und Klima zusammendenken müsse.

Dieser Meinung schloss sich auch Klingbeil an. Der Bundestagsabgeordnete unterstrich in Benefeld, dass kluge Klimapolitik mehr Arbeitsplätze bringen werde. Der 41-Jährige sieht zudem im technologischen Fortschritt eine Chance für den ländlichen Raum. „Die Digitalisierung wird neue Arbeitsplätze schaffen – nur werden diese anders aussehen als bisher.“ Auf die Nachfrage, warum der deutsche Staat die Digitalisierung nicht viel intensiver fördere, berichtete Klingbeil aus den vergangenen Verhandlungen zum Thema Glasfaserausbau und zeigte die Positionen beider Koalitionsparteien auf. Für die SPD sei der Anschluss an schnelles Internet stets Teil der Daseinsvorsorge gewesen, ebenso wie Strom, Telefon oder Wasser. Die Union hingegen beharre immer auf den Standpunkt, dass der freie Markt den Ausbau der Infrastruktur regele. Aufgrund dieses Gegensatzes konnte in Verhandlungen bisher nur eine teilweise Förderung durch den Staat erreicht werden.

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