Klingbeil: Bund fördert Technologie-Kompetenzzentrum in Trauen

Der Bund stellt Gelder für den Aufbau des Technologie-Kompetenzzentrums auf dem Gelände des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Trauen bereit. Das teilt der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil mit. Der SPD-Politiker hatte sich an das zuständige Bundesministerium der Verteidigung gewandt, um für eine finanzielle Förderung des Bundes zu werben und bezeichnet es als „großen Erfolg für die Region“, dass der Bund den Aufbau von Technologien für die Luft- und Raumfahrt vor Ort mit einer Zuwendung unterstützt.

Lars Klingbeil. MdB / Fotograf: Tobias Koch (www.tobiaskoch.net)

Das Ziel in Trauen ist die Bündelung nationaler Kompetenzen zum Bau und Betrieb von Kleinsatelliten. Das DLR werde die Mittel des Bundes laut Verteidigungsministerium nun dafür einsetzen, ein Kompetenzzentrum „Responsive Space Capabilities“, das auch als „Kompetenzzentrum für Reaktionsschnelle Satellitenverbringung“ bezeichnet wird, als Teil des Technologie-Kompetenzzentrums zu errichten. Die Gelder des Bundes sollen bereits in diesem Jahr fließen, erfuhr Klingbeil.

„Für unsere Region ist die Förderung des Technologie-Kompetenzzentrums durch den Bund ein großer Erfolg. Die Forschungsaktivitäten in Trauen sorgen dafür, dass Arbeitsplätze in wichtigen Zukunftstechnologien entstehen, die Gemeinde an Bedeutung für die Luft- und Raumfahrt gewinnt und somit die gesamte Umgebung von einem Wachstumsimpuls profitieren kann“, ist sich Klingbeil sicher. Der Abgeordnete hatte beim Verteidigungsministerium nachgehakt und wollte unter anderem wissen, wie viele neue Stellen in Trauen geschaffen werden sollen. Die Antwort von Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer: Sie könne keine konkreten Zahlen für die insgesamt am Standort Trauen geplanten Stellen nennen, so die CDU-Politikerin. Für den Anteil Kompetenzzentrum für Reaktionsschnelle Satellitenverbringung seien am Ende allerdings ca. 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geplant.

Erste Forschungsaktivitäten bereits begonnen

Bereits vor einigen Monaten hatte Klingbeil vom Ministerium genauere Informationen zu dem Technologie-Kompetenzzentrum angefordert. Damals hatte das Land Niedersachsen zusammen mit dem DLR ein Gesamtkonzept entwickelt. Der Standort soll demnach auf den Bereich kleiner (auch elektrischer) Raketen- und Satellitenantriebe und Testinfrastrukturen ausgerichtet werden. Erste Forschungsaktivitäten haben bereits begonnen. Momentan gebe es zudem bereits Planungen in Bereich eklektischer Antriebe für Raumfahrtanwendungen und Technologien für hochfliegende Plattformen.

„AeroSpacePark Trauen“

Das Kompetenzzentrum, das am 1. September dieses Jahrs unter der Bezeichnung „AeroSpacePark Trauen“ gegründet wurde, soll nun schrittweise aufgebaut werden. Um kurzfristig weitere Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen, sollen bis Ende des Jahres vorhandene Büroräume renoviert und temporäre Bürogebäude aus Containern aufgestellt werden, erfuhr Klingbeil. Ein vorhandenes Institutsgebäude wird bereits saniert.

Neben der Infrastruktur werden Forschungsaktivitäten im Bereich Satellitenbau, Startsysteme und Satellitenbetriebstechnologien mit Schwerpunkt auf Kleinstsatellieten und Reaktionsschnelligkeit aufgebaut. Um das Forschungsprogramm umsetzen zu können, sollen laut Schreiben des Verteidigungsministeriums an Lars Klingbeil innerhalb der nächsten zwei Jahre erste essenzielle Infrastrukturmaßnahmen realisiert werden.