Klingbeil in Jeersdorf: Wandel der Landwirtschaft ist Thema

Der heimische Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil hat während seiner „Tour der Ideen“ ein Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern von „Land schafft Verbindung“ und des Landvolks Rotenburg-Verden geführt. In Jeersdorf sprach die Runde über den Wandel der Landwirtschaft sowie gemeinsame Lösungsansätze.

Regelmäßig sei er mit Landwirtinnen und Landwirten aus der Region in Kontakt, denn es gebe vieles zu besprechen, so Lars Klingbeil. Vor Kurzem kam es nun wieder zu einem persönlichen Treffen: Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von „Land schafft Verbindung“, dem 2. Vorsitzenden des Landvolks Rotenburg-Verden, Christian Intemann, und dem Vorsitzenden der SPD Scheeßel, Marc Ostrowski, war der Abgeordnete auf der Hofstelle der Familien Johann und Claus-Dieter Gerken in Jeersdorf zu Gast. Die Landwirtinnen und Landwirte berichteten dem Bundestagsabgeordneten von Anfeindungen gegen sie. Es gebe ihrer Meinung nach zurzeit eine Haltung in der Bevölkerung, dass die Landwirtschaft eine Alleinschuld an vielen Umweltschäden habe.

Thea, die Tochter von Claus-Dieter Gerken, kam ausdrücklich auf das Thema „Schule und Landwirtschaft“ zu sprechen. Ihr sei aufgefallen, berichtete sie, dass in der Schule kein richtiges Bild der heutigen Landwirtschaft wiedergegeben wird. Im Unterricht und in den Schulbüchern gehe es ihrer Meinung nach in erster Linie um die idealisierte Landwirtschaft von früher im Vergleich zur heutigen angeblichen „Massentierhaltung, Tierquälerei und Umweltzerstörung“. Für ein Kind, das von einem landwirtschaftlichen Betrieb kommt, sei es deshalb manchmal schwer, die Realität heutiger Betriebe darzustellen, welche sich an alle Auflagen und Vorschriften (wie Tierwohl, Düngeverordnung usw.) halten und mit Freude und Idealismus geführt werden.

Für Klingbeil ein nicht hinnehmbarer Zustand: „Wir können nicht eine ganze Branche verantwortlich machen. Mein Ziel bleibt weiterhin, die heimische Landwirtschaft zu stärken und unsere Umwelt und Natur zu schützen. Das ist für mich bestimmt kein Widerspruch“, macht der 42-Jährige im Anschluss an das Gespräch in Jeersdorf deutlich. „Seitdem ich Mitglied des Bundestages bin, setze ich mich dort für die Interessen der Landwirtinnen und Landwirte ein und bei dem bevorstehenden Wandel will ich unsere heimischen landwirtschaftlichen Betriebe unterstützen.“

Klingbeil: „Kommen nur gemeinsam zu Lösungen“

Die Runde begrüßte es, miteinander in den Dialog zu treten. Nur durch einen Austausch könne man die Belange aller auch anbringen, ließen die Vertreterinnen und Vertreter von „Land schafft Verbindung“ und des Landvolks den Abgeordneten wissen. Dieser sieht es genauso: „Wir kommen nur zu Lösungen, in dem wir miteinander sprechen und nicht, indem wir Interessengruppen gegeneinander ausspielen“, bringt es Lars Klingbeil auf den Punkt.

Abgeordneter hat in Jeersdorf ein offenes Ohr

So war es dem Bundestagsabgeordneten ein besonderes Anliegen, sich auch über den Hof in Jeersdorf sowie die Herausforderungen bei der Bewirtschaftung zu informieren. Die Familien Johann und Claus-Dieter Gerken betreiben auf ihrem Hof eine Biogasanlage, bauen Kartoffeln an und betreiben Schweinemast. Kritisiert wurde, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher teilweise gar nicht mehr wüssten, wie Lebensmittel hergestellt werden oder wachsen würden. Zudem würden den Landwirten durch Mindestanforderungen des Handels an Größe und Form Teile der Ernte verloren gehen. Hier sei laut Klingbeil ein gesellschaftliches Umdenken erforderlich, sodass Kunden beispielsweise auch kleine Kartoffeln kaufen. Dieser Prozess könne politisch gefördert, aber nicht erzwungen werden.

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