Klingbeil im Diakonieklinikum: „Brauchen bessere Rahmenbedingungen“

Der heimische Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil hat sich im Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg mit Geschäftsführer Detlef Brünger, dem Ärztlichen Direktor Prof. Dr. med. Reinhard Kiefer und dem Vorsitzenden der Mitarbeitervertretung Torsten Rathje über die aktuellen Lage ausgetauscht. Im Fokus des Gesprächs stand natürlich der Umgang mit dem Coronavirus.

„Bei meinem letzten Besuch im Diakonieklinikum Ende Februar des vergangenen Jahres haben wir bereits über das Coronavirus geredet. Mein aktueller Besuch hat mir nochmal verdeutlicht, wie lange dieses Virus die Welt und natürlich auch unsere Region bereits in Atem hält“, erläutert Klingbeil und ergänzt: „Gerade auch jetzt hören und lesen wir täglich, wie angespannt die Lage in manchen Regionen ist.“ Brünger, Prof. Dr. med. Kiefer und Rathje berichteten Klingbeil, dass es vor Weihnachten viele Coronavirus-Fälle zur Behandlung im Diakonieklinikum gab, aktuell seien es weniger.

Das Pandemiegeschehen konnte im Diakonieklinikum auch dank des großen Einsatzes der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bisher gut bewältigt werden. Die medizinische Versorgung sei zudem sichergestellt. „Jeder und jedem Einzelnen im Gesundheitswesen können wir gar nicht oft genug für ihre und seine Arbeit danken“, macht Klingbeil deutlich. „Wir sollten all denjenigen, die an vorderster Front kämpfen, den Rücken freihalten. Hierfür brauchen wir auch gesetzliche Regelungen“, so der Bundestagsabgeordnete. Auf eine steigende Anzahl von Patientinnen und Patienten sei die Rotenburger Klinik aber vorbereitet, die gesetzlich vorgeschriebenen Betten für Covid-19-Patientinnen und -Patienten werden freigehalten.

Klingbeil: Krankenhausfinanzierung bleibt wichtiges Thema

Ein Thema, das auch Klingbeil bewegt, ist der Ausgleich der Mehrausgaben und Erlöseausfälle, die aufgrund der Pandemie entstehen: „Ich finde es richtig, dass unabhängig von der akuten Entwicklung des Inzidenzwertes Betten für Corona-Patientinnen und -Patienten freigehalten werden. Wir haben dieses Mal aber vor allem auch darüber gesprochen, wie personal- und kostenintensiv die Betreuung und die Vorhaltung der Corona-Station ist und welche Kosten für die Klinik dabei entstehen. Bisher konnte die Finanzierung durch Gelder des Bundes sichergestellt werden und ich will mich dafür einsetzen, dass der Bund unsere Krankenhäuser auch weiterhin unterstützt“, unterstreicht Klingbeil. Für den SPD-Politiker sind die Rückmeldungen von vor Ort deshalb sehr wichtig. Nur so könne er in Berlin für die richtigen Entscheidungen bei den Gesundheitspolitikerinnen und -politikern werben.

„Finanzierungssystem des Gesundheitsbereiches ändern“

Die Runde sprach zudem über die Diskussionen rund um eine weitere Prämie für Pflegekräfte. Die bisherige Prämie aus September haben nur etwa 20% der Krankenhäuser erreicht, weil es Bedingungen gab (z.B. Mindestanzahl von betreuten Corona-Patienten). Sie soll ca. 100.000 Beschäftigte erreichen und die Belastungen im Frühjahr honorieren. Der Personalrat des Diakonieklinikums kritisiert die Prämie stark. Auch Lars Klingbeil übt scharfe Kritik: „Es kann nicht sein, dass es zu solch einer Schieflage gekommen ist und die Arbeit des Krankenhauspersonals nicht anerkannt wird.“ Er sehe deshalb auch die weiteren Pläne für eine erneute Prämie kritisch: „Eine weitere Prämie würde nichts zu einer langfristigen Lösung der Probleme beitragen. Wir brauchen stattdessen bessere Rahmenbedingungen und ich glaube, dass das Finanzierungssystem des Gesundheitsbereiches als Ganzes geändert werden muss: Kostendruck, alles muss effizienter werden – das sind falsche Entwicklung der letzten Jahrzehnte.“ Klingbeil will deshalb auch die Rückmeldungen aus dem Diakoniekrankenhaus mit in die Diskussionen in Berlin einbringen und dankt nochmal ausdrücklich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Gesundheitswesen.

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