Klingbeil: „Bildungsungleichheiten nicht noch verstärken“

Die Jobcenter sollen künftig die Kosten für digitale Endgeräte für bedürftige Schülerinnen und Schüler übernehmen, wenn kein anderes Gerät bereitsteht. Darauf weisen der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil sowie die Landtagsabgeordneten Dörte Liebetruth und Sebastian Zinke hin. Die Schülerinnen und Schüler bzw. deren Eltern müssen den entsprechenden Bedarf beim Jobcenter geltend machen, der im Regelfall bis zu 350 Euro betragen kann.

Lars Klingbeil am 01.09.20 in Berlin im Deutschen Bundestag. / Foto: Tobias Koch (www.tobiaskoch.net) Bild: Tobias Koch

„Der Präsenzunterricht ist an nahezu allen Schulen in unserer Region weitgehend oder vollständig eingestellt worden. Stattdessen findet Distanzunterricht statt. Das ist für alle eine große Herausforderung. Ganz besonders schwierig ist die Situation für Kinder, deren Familien auf Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende angewiesen sind“, weiß Lars Klingbeil. Viele von ihnen hätten sich in den vergangenen Wochen und Monaten an ihn gewandt und der Bundestagsabgeordnete hat zudem mehrere Gesprächsrunden mit den Schulen, Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie seiner Landtagskollegin Dörte Liebetruth und seinem Landtagskollegen Sebastian Zinke organisiert. Die drei SPD-Politiker sind sich sicher: „Kinder, deren Familien auf Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende angewiesen sind, verfügen oft nicht über die notwendige technische Ausstattung, um am Online-Unterricht teilzunehmen. Dabei ist es gerade für diese Kinder wichtig, dass sie weiterhin Zugang zu Bildung erhalten. Bereits existierende Bildungsungleichheiten dürfen in dieser kritischen Phase nicht noch weiter verstärkt werden.“

Jobcenter übernehmen Kosten für Laptops, Tablets und Drucker

Der Bund hat daher im Sommer des vergangenen Jahres den Bund-Länder-Digital-Pakt um 500 Millionen Euro aufgestockt. Damit sollten die Länder dabei unterstützt werden, Schulen mit digitalen Endgeräten auszustatten, die dann bedürftigen Schülerinnen und Schülern zur Verfügung stehen. Wenn eine flächendeckende Umsetzung noch nicht gelungen ist, dürfe dies nicht zulasten der betroffenen Schülerinnen und Schüler gehen, so Klingbeil, Liebetruth und Zinke. „Ich bin Bundesarbeitsminister Hubertus Heil deshalb sehr dankbar, dass er die Bundesagentur für Arbeit angewiesen hat, die Kosten für digitale Endgeräte für bedürftige Schülerinnen und Schüler zu übernehmen, wenn kein anderes Gerät, insbesondere keines vonseiten der Schule, bereitsteht“, macht Klingbeil deutlich. Dabei gehe es beispielsweise um Laptops, Tablets und Drucker. Der entsprechenden Bedarf müsse beim Jobcenter angegeben werden.

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